Black Lives Matter

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© Black Lives Matter Foundation, Inc

Es ist an der Zeit, dass wir alle zusammenstehen.

Videospiele spielen können - dankbar sein

18 Millionen Menschen in Deutschland leben mit der Freiheit, sich für das Spielen von Videospielen zu entscheiden. Laut game – Verband der deutschen Games-Branche spielen rund 18 Millionen Menschen in Deutschland Games und halten so während der Corona-Krise Kontakt mit Familie, Freunden und weiteren Mitmenschen. Ein großer Teil der Bevölkerung, die ebenfalls mit uns in Deutschland lebt, hat erst gar nicht die Mittel, gar nicht die Freiheit, sich dafür entscheiden zu können, eine Konsole oder einen Computer und wenigstens ein Spiel zu kaufen – während der Rest von uns über die sogenannte Pile of Shame witzelt, also Videospiele, die vor langer Zeit einmal gekauft, aber bisher nie gespielt wurden. Dabei ist das der Moment, in sich zu gehen und dankbar zu sein, wenn man selbst die Mittel und die Freiheit hat, Videospiele einfach so zu kaufen. Viele haben dies nicht. 18,7 Prozent der Menschen in Deutschland sind von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen. Dieses Thema vertiefen wir ein anderes Mal. Wichtig ist an dieser Stelle erst einmal, dankbar zu sein und wertzuschätzen, dass es einem selbst vielleicht gerade sehr gut geht, weiteren Mitmenschen jedoch nicht.

Nach dem Spielen ist für viele der Spaß vorbei

Beim gemeinsamen Onlinespielen schlüpfen wir in die Pixel virtueller Figuren. Wenn wir diese Spielfiguren sind, dann kümmert es meiner Erfahrung nach niemanden, woher ein gleichgesinnter Mensch, welcher mit uns spielt, stammt und auch das Aussehen, das Geschlecht, die sexuelle Orientierung oder religiöse Gesinnung ist nach meiner Einschätzung gar nicht relevant dafür, gemeinsam die Freude an einem Videospiel zu teilen. Beim Spielen geht es für mich darum, gemeinsam Geschichten und Abenteuer zu erleben, Rätsel zu lösen, gemeinsam Monster zu töten, die man allein gar nicht besiegen kann. Zusammenhalt, Toleranz und Akzeptanz ist in virtuellen Welten keine Option, sondern bedingungslos gegeben. Die leider traurige Wirklichkeit auch bei uns in Deutschland: Wenn einige der Menschen, die mir eben noch in einer virtuellen Welt geholfen haben, den Controller beiseitelegen oder den Computer herunterfahren und die echte Welt betreten, dann werden einige dieser Mitmenschen nur deshalb argwöhnisch angeguckt, weil sie eine andere Hautfarbe haben. Dann werden einige dieser Mitmenschen ausgegrenzt und herabgewürdigt, weil ob ihres Aussehens vermutet wird, dass sie aus einem anderen Land als Deutschland stammen. Dann werden einige dieser Mitmenschen nur deshalb systematisch benachteiligt, weil ihr Nachname irgendwie anders klingt. Das ist Rassismus. Rassismus gehört in gar keine Welt.

Gegen Rassismus vorgehen

Wir sollten genau hinsehen. Auf Rassismus aufmerksam machen, beim Namen nennen, Rassismus und Rassisten verurteilen. Wir sollten uns gemeinsam und aktiv mit den Menschen solidarisieren, die unter Rassismus leiden, die von Entscheidungsträger*innen in Politik, Wirtschaft, Beruf und Alltag bewusst nicht gehört werden, obwohl sie es genauso verdient haben, gehört zu werden. Wir sollten uns informieren, Vorurteile und Unwissenheit mit Fakten kontern und Fehlinformationen widerlegen. Wir sollten gemeinsam die Stimme erheben. Wir teilen uns alle denselben einen Planeten. Wir sind eine Menschheit.

All lives don't matter until black lives matter.