Call of Duty: Modern Warfare - So will Infinity Ward gegen rassistische Inhalte vorgehen

Infinity Ward hat einige Maßnahmen angekündigt, um gegen rassistische Inhalte in Call of Duty: Modern Warfare und Call of Duty: Warzone vorzugehen. Eine Null-Toleranz-Politik sieht anders aus.

Call of Duty: Modern Warfare - So will Infinity Ward gegen rassistische Inhalte vorgehen
© Activision Blizzard

Besser spät als nie: Infinity Ward hat endlich angekündigt, Spielerinnen und Spieler, welche rassistische Namen in Call of Duty: Modern Warfare haben oder solch menschenfeindliche Inhalte im Chat verbreiten, permanent zu bannen. Der in einem Call-of-Duty-Modern-Warfare-Onlinespiel angezeigte Name beispielsweise lässt sich kostenlos und in vier verhältnismäßig einfachen Schritten ändern. Das nutzen rassistische, menschenfeindliche Spielerinnen und Spieler seit jeher aus, um verstörende Inhalte in einem Mehrspielerspiel zu verbreiten. Das ist eigentlich nicht erst seit dem Erscheinen von Call of Duty: Modern Warfare ein Problem. Das bisher neueste Call of Duty kam im Oktober 2019 heraus - vor rund acht Monaten also.

Infinity Ward kündigt mehrere Maßnahmen an, gegen rassistische Inhalte vorzugehen

Vorweg: So vernünftig es seitens Infinity Ward auch ist, endlich verstärkt gegen rassistische Inhalte in Call of Duty: Modern Warfare und Call of Duty. Warzone vorzugehen, darf nicht vergessen werden, dass diese Maßnahmen erst jetzt getroffen werden, während Rassismus weltweit diskutiert wird. Daher sollte man nicht annehmen, dass Infinity Ward hier Pionierarbeit leiste. Auch ist es bisher überhaupt nicht verboten, rassistische Namen in Call of Duty: Modern Warfare zu wählen. Infinity Ward kann und muss mehr leisten.

In einem offiziellen Statement von Infinity Ward, welches unter anderem auf dem offiziellen Twitterkanal veröffentlicht wurde, erkennen die Verantwortlichen wenigstens das in Teilen an. "Wir entschuldigen uns bei unseren Spieler*innen", heißt es in der Mitteilung. Ferner heißt es in dem Statement, dass Infinity Ward eine Verpflichtung eingige - hoffen wir, dass diese Verpflichtung auch tatsächlich eingehalten wird.

Im Rahmen des nun verstärkten Vorgehens gegen rassistische Inhalte in Call of Duty: Modern Warfare wurden die folgenden Maßnahmen angekündigt:

  • mehr Ressourcen einsetzen dafür, den Spielbetrieb zu überwachen und rassistische Inhalte zu erkennen

  • mehr Mechaniken hinzufügen, damit Spielerinnen und Spieler andere melden können, um mehr Banns pro Stunde zu erteilen

  • Filter und stärkere Restriktionen beim Ändern des Namens in Call of Duty: Modern Warfare hinzufügen

  • Verbesserungen im Spiel evaluieren, um Verstöße einfacher melden zu können

  • Die Anzahl permanenter Banns erhöhen gegen Spielerinnen und Spieler, die wiederholt gegen die Richtlinien verstoßen haben

Im englischsprachigen Original:

Statement von Infinity Ward gegen rassistische Inhalte in Call of Duty: Modern Warfare

Das kann nur der Anfang sein, Infinity Ward

Infinity Ward hat erst reagiert, als vor allem in den USA nach dem Mord an George Floyd durch vier Polizisten viele, viele Menschen protestiert haben. Dabei ist Rassismus kein Verbrechen, welches erst seit zehn Tagen in der Welt vorkommt. Schon gar nicht in einem Call of Duty, wo es solch anstößige Namen leider immer gegeben hat. Aber: Immerhin kündigt Infinity Ward nun überhaupt konkrete Maßnahmen an, das haben die Macher*innen von Call of Duty einigen Branchenkolleg*innen leider immer noch voraus. Trotzdem kann das nur der Anfang sein.

So sehen die nun angekündigten Maßnahmen unter anderem stärkere Filter und größere Restriktionen beim Wechsel des Namens in Call of Duty: Modern Warfare vor - ich erkenne darin allerdings kein Bestreben, menschenverachtende Namen erst gar nicht zuzulassen. Auch ist das Erteilen von permanenten Banns, das heißt, der Account von Spielerinnen und Spielern wird vollständig und zeitlich unbegrenzt gesperrt, zwar eine wichtige Maßnahme, es wird allerdings nicht hart genug durchgegriffen. Denn Infinity Ward hat lediglich angekündigt, Spielerinnen und Spieler permanent zu bannen, die wiederholt gegen die Richtlinien verstoßen hätten. Wiederholt. Eine Null-Toleranz-Politik sieht anders aus.

Quelle

https://twitter.com/InfinityWard/status/1268297976901849089