Nach Jason Rubins Enthüllung: 4A Games-Boss meldet sich zu Wort

Nach Jason Rubins Enthüllung: 4A Games-Boss meldet sich zu Wort

Jason Rubin enthüllte in einem Artikel katastrophale Arbeitsbedingungen im Entwicklerstudio 4A Games. Er beschreibt, wie Arbeitsmaterialien an korrupten Beamten vorbeigeschmuggelt werden mussten, die Entwickler Ellenbogen an Ellenbogen auf Klappstühlen an viel zu kleinen Tischen saßen und der Strom andauernd ausfiel. Der ehemalige THQ-Boss lobt die Entwickler in höchsten Tönen, weil sie trotz derlei widriger Umstände ein Spiel wie Metro: Last Light geschaffen haben. Nun hat sich Andrew Prokhorov zu Wort gemeldet, bedankt sich für die warmen Worte, mahnt aber auch dazu, die Situation nicht zu dramatisieren. Konkret schreibt er:

Es ist ein Fakt, unsere Arbeitsbedingungen sind schlechter als die von anderen Entwicklern außerhalb der Ukraine. Ich denke, niemand bezweifelt das – Ja, es ist wahr, dass amerikanische und die meisten europäischen Entwickler unter deutlich komfortableren Umständen arbeiten. Und ja, die Publisher bezahlen sie auch besser. So viel ist sicher: Je "vernünftiger" das Land ist, desto geringer sind die Risiken. Und wir wollen alle kein großes Drama daraus machen – letztlich haben wir uns bessere Arbeitsbedingungen verdient und wir sind bestrebt, sie so schnell wie möglich umzusetzen :)…

Darüber hinaus nimmt Andrew Prokhorov den Publisher Deep Silver in Schutz. Jason Rubin übte scharfe Kritik, weil das Logo von Metro: Last Light nicht auf der Webseite eingeblendet wird. Prokhorov merkt daraufhin an, dass auch Deep Silver sich in einer schwierigen Situation befände und es schlussendlich nicht auf das Logo ankommt, sondern das Spiel selbst. Außerdem merkt Andrew Prokhorov an, dass der Spieler sich ohnehin keine Gedanken um die Arbeitsbedingungen der Entwickler mache und das auch seine Richtigkeit habe. Und er stellt klar, dass die Entwickler kein Mitleid bräuchten.

Jason Rubins Artikel wird zum Hoffnungsträger für Underdogs
Auch Tameem Antoniades hat sich in die Diskussion eingeschaltet. Er ist Mitbegründer des Entwicklerstudios ninja theory ltd., welches DmC: Devil May Cry entwickelt hat. Er zeigt sich dankbar, dass Jason Rubin die Geschichte von 4A Games erzählt hat und weist daraufhin, dass es mehr Underdogs da draußen gebe als die Menschen sich vorstellen:

Danke, Jason, dass du das für das Team von 4A getan hast. Es gibt mehr Underdogs da draußen als die Leute sich vorstellen, die gegen Spiele konkurrieren, welche mit einem Vielfachen des eigenen Budgets entwickelt werden. Ich wünschte, es gäbe ein flexibleres Preismodell bei Videospielen, sodass kleinere, unabhängige Entwicklerstudios nicht gezwungen wären, mit gewaltigen Mehrfach-Studio-Produktionen zu messen. Der Digitale Vertrieb mag dieses Problem sehr gut lösen.