Steam - Wie Indie-Entwickler vom Discovery-Update profitieren

Steam - Wie Indie-Entwickler vom Discovery-Update profitieren

Andrew Spearin, ein Mitgründer von Insurgency, schreibt auf gamasutra.com über sich und seine Kollegen: "Wir spielen keine große Rolle, sind aber in der Sphäre der Indiespiele etwas mehr von Bedeutung". "Wir", das sind die Entwickler von New World Interactive. Es sind gerade solche Indie-Studios, die vom jüngsten Discovery-Update der letzten Woche profitieren.

So groß ist Steam wirklich
Die Download-Plattform Steam wächst und wächst und wächst. Das Gamingportal gewinnt von Jahr zu Jahr an Bedeutung, verzeichnet immer mehr aktive Nutzer, die immer wieder neue Inhalte bekommen. Zum Beispiel die Funktion, die Steam-Bibliothek mit Freunden zu teilen. Genau das hatte Microsoft eigentlich mit der Xbox One vor. Hier ein paar Zahlen zur Downloadplattform Steam:

  • Mehr als 100 Millionen aktive Benutzerkonten
    (Stand: 24. September 2014)
  • Mehr als 3.700 Spiele im Sortiment
    (Stand: 24. September)
  • Jüngster Nutzerrekord: 8 Millionen Menschen zur selben Zeit eingeloggt
    (Stand: 30. Juni 2014)
  • Zwischen Janaur 2014 und Mai 2014 mehr Spiele veröffentlicht als in ganz 2013
    (Stand: 16 Mai 2014)
  • 37 Prozent aller gekauften Spiele auf Steam wurden noch nicht gespielt
    (Stand: 16. April 2014)

Eindrucksvolle Statistiken. Wie soll man als Spieler da noch den überblick bewahren können? Hier kommt das Discovery-Update ins Spiel. Denn dieses bewirkt vor allem, dass mir als Gamer mehr Spiele empfohlen werden, die auch wirklich meinem Geschmack entsprechen. In vielen Fällen ist das zum Beispiel Insurgency, das mehr ist als nur ein 0815-Shooter - 92 Prozent aller 13.100 Bewertungen von Insurgency sind positiv. Da unterscheidet Steam nicht, ob das Spiel von einem milliardenschweren Weltkonzern vermarktet wird oder einem talentierten Indie-Studio mit streng limitiertem Budget.

Spearin: "Lese bessere Rezensionen von Gamern als Journalisten"
Schon einen Tag nach dem Discovery-Update merkt Andy Spearin von New World Interactive den Unterschied: "Seit dem Update gestern ist unsere offizielle Steam-Gruppe um 3.000 Mitglieder gewachsen", berichtet er. "Und jede Stunde kommen 100 Mitglieder hinzu". Das sei insofern von besonderer Bedeutung, als dass Indie-Studios eben diese Steamgruppe nutzten, um News, Beta-Events und mehr an die Spielergemeinde zu kommunizieren. "Je mehr Spieler wir erreichen, desto aktiver werden sie", schließt Spearin ab. Diesen starken Zuwachs an neuen Mitgliedern führt der Insurgency-Mitgründer auf die überarbeitete Shop-Seite zurück. Und er legt weitere Zahlen vor: 5.800 mal wurde Insurgency am Sonntag im Steam-Store aufgerufen, 21.500 mal am Montag und sogar 83.284 mal am Dienstag. 138.000 Spieler hätten Insurgency nun auf ihrer Wunschliste. Außerdem: 92 Prozent aller Nutzerrenzensionen seien sehr positiv. Dazu sagt Andrew Spearin:

Andrew Spearin von New World Interactive

​Die Nutzerrezensionen in Prozent sind der neue Metascore. Als Kunde kaufe ich Spiele, die meine Freunde empfehlen (Und was gerade im Sale ist). Ich ziehe aufrichtige und ehrliche Reviews zu Rate und kann Bullshit-Rezensionen aussortieren. Ich als Andrew Spearin habe von den Spielern Rezensionen gelesen, die besser formuliert, aufschlussreicher und objektiver sind als die von Videospieljournalisten. Also, ich als Entwickler eines Spiels, das in über 13.000 Reviews in 92 Prozent der Fälle mit "Sehr positiv" bewertet wurde, bin froh, das an oberster Stelle unserer Steam-Seite zu sehen. Ich habe jede einzelne der Rezensionen gelesen und Kundensupport angeboten, um technische Probleme zu lösen, woraus wiederum eine positive Empfehlung resultierte.

Wir fassen also noch einmal zusammen: Die Verantwortlichen hinter Steam haben es mit dem Discovery-Update geschafft, das Konsumverhalten aller Steamnutzer zu verändern und zu verbessern. Uns Spielern wird empfohlen, was wir mögen. Außerdem profitieren auch kleinere Indie-Studios von den vielen Neuerungen. Spätestens beim nächsten Steam Sale.