Battlefield: Hardline - Video: Neue Spielmodi mit vielen Schwachpunkten

Wir haben uns intensiv mit der Beta-Version von Battlefield: Hardline befasst. Herausgekommen sind dabei eine Vielzahl von Eindrücken, die uns zu einem enttäuschenden Fazit bringen. Aber der Reihe nach.

Battlefield: Hardline - Video: Neue Spielmodi mit vielen Schwachpunkten

Natürlich kann man sagen, dass Battlefield: Hardline im Grunde ein solider Shooter ist. Im Anbetracht der jüngeren Markengeschichte von Battlefield jedoch sollten wir alle - ob Videospieljournalist oder Spieler - einen kritischen Blick auf das Ganze werfen.

Der lange Leidensweg von Battlefield 4
Vorbestellern von Battlefield 4, die den Shooter von Beginn an zocken, dürfte der lange Leidensweg von Battlefield 4 noch gut in Erinnerung sein. Kein Wunder: Battlefield 4 erschien erst vor acht Monaten. Es sind noch nicht einmal alle Premium-Inhalte und Downloadpakete erschienen, die das Hauptspiel um neue Karten und Waffen erweitern werden, da läuft die geschlossene Beta von Battlefield: Hardline schon auf Hochtouren. Von Konkurrenzprodukten sind wir Spieler derartige Praktiken gewohnt, nicht aber von Publisher Electronic Arts. Vielen Battlefield-Fans stößt dieses Vorgehen sauer auf.

Drei Jahre Entwicklung und doch kein Fortschritt
Ferner kommt hinzu, dass Entwickler Visceral Games bereits seit rund drei Jahren an Battlefield: Hardline arbeitet. An sich eine Menge Zeit, verglichen mit den kurzen Entwicklungszyklen aktueller Videospiele. Für uns Spieler gehen damit gewisse Erwartungen an die Qualität und den Umfang des Spiels einher - und werden enttäuscht. Battlefield: Hardline nämlich sieht genau aus wie Battlefield 4. Der Grund ist, dass beide Titel von der Frostbite 3.0 befeuert werden. Darüber hinaus enthält Battlefield: Hardline viele Elemente aus Battlefield 4. Seien es Waffen, Animationen oder Level-Objekte. Und so melden sich viele Spieler in den Battlelog-Foren zu Wort, für die Battlefield: Hardline nicht mehr als eine Art Addon ist. Nicht aber für Electronic Arts. EA vermarktet das Spiel offensiv, Vorbesteller bei Amazon zum Beispiel müssen 60 Euro für das Spiel berappen. Wer sich eine digitale Kopie von Battlefield: Hardline bei Origin sichern möchte, muss sogar 70 Euro bezahlen. Viel Geld für vergleichsweise wenig Neues.

Eine Runde "Blood Money"
An dieser Stelle wollen wir weniger auf die wenigen Neuerungen und das viele neue Alte in Battlefield: Hardline eingehen. Ein paar erste, allgemeine Eindrücke zum Spiel haben wir am Anfang der Woche für euch zusammengestellt. Stattdessen springen wir direkt in die Action und präsentieren euch eine komplette Spielrunde des neuen Spielmodus "Blood Money".

 

In "Blood Money" gilt es, aus Sicht der Cops gestohlenes Geld sicherzustellen. Die Kriminellen hingegen wollen die Kohle einsacken. Jedes Team verfügt über einen eigenen Tresor, auf der Mitte der Karte befindet sich die Geldquelle. Das Team, welches zuerst fünf Millionen Dollar im eigenen Safe hat, gewinnt. Doch Vorsicht: Die Gegner können auch den eigenen Tresor bestehlen. Außerdem verliert jeder Spieler, der im laufenden Kampf abgeschossen wird, das mitgeführte Geld. Maximal kann man 500.000 Dollar mitschleppen.

Ein Leichtes, diesen Modus ad absurdum zu führen
Electronic Arts wie auch die Entwickler verkaufen diesen Spielmodus, der eine Mixtur aus "Eroberung" und "Capture the flag" darstellt, als rasant, actiongeladen und adrenalinhaltig. Das kann er bestimmt auch sein. Auf den öffentlichen Server aber sieht die Realität oftmals ganz anders aus. Das Geschehen trägt sich nur zu Beginn einer Runde an der neutralen Geldquelle in der Kartenmitte zu. Nach wenigen Minuten schon gelangt man kaum noch zum eigenen Tresor, ohne von campenden Spielern aufs Korn genommen zu werden. Und so verschiebt sich der Fokus, möglichst viel Geld zum eigenen Tresor zu bringen, dahin, am feindlichen Tresor auf die Gegner zu lauern und sie an ihrem Vorhaben zu hindern. Das einzigartige Battlefield-Gefühl aus Battlefield 1942 oder Battlefield 2 mag dabei nicht so richtig aufkommen.

Eine Runde "Heist"
Noch weniger nach Battlefield fühlt sich aber der Spielmodus "Heist" an. Das ist quasi eine Abwandlung des Spielmodus "Rush", bekannt aus Battlefield 4, Battlefield 3 und Battlefield Bad Company 2. Die Kriminellen müssen zwei Geldtransporter sichern und ausnehmen. Die fette Beute muss dann an bestimmte Orte auf der Karte verfrachtet werden, um die Runde zu gewinnen. Soweit zur Theorie. Auch hier sieht die Realität ganz anders aus.

 

 

Eine komplette Runde Battlefield, die keine fünf Minuten dauert? Für uns noch immer schwer zu begreifen. Der Spielmodus lädt zum Missbrauch ein. Viele Spieler nämlich schmeißen jegliches Zusammenspiel über Board und sorgen sich nur darum, möglichst viele Abschüsse zu erzielen. So kann es passieren, dass die Wenigen, die tatsächlich das Spielziel verfolgen, freie Bahn haben, die Runde blitzschnell zu Ende ist und am Ende keiner so richtig seine Freude an dem Match hat.

Keine Atmosphäre, einige Logikschwächen
Wir erinnern uns: Seit fast drei Jahren schon befindet sich Battlefield: Hardline in der Entwicklung. Bei den Mehrspielermatches aber kommt einfach keine Atmosphäre auf. In der heutigen Zeit muss es doch möglich sein, die Spielwelt auch in einem Online-Shooter mit Leben zu füllen. Zwar liefer der Ladeschirm die Begründung, denn dort ist die Rede davon, dass der Bürgermeister den kompletten Stadtteil hat abriegeln lassen. Aber am Himmel zirkeln keine Nachrichtenhelikopter, die vielleicht das Geschehen einfangen und auf die vielen Bildschirme in der Spielwelt übertragen könnten. Unerschrockene, schaulustige Zivilisten gibt es keine am Straßenrand und auch keine KI-Polizisten, welche im Hintergrund vielleicht den Verkehr umleiten können. Dass KI-Einheiten und reale Spieler in einem Online-Shooter koexistieren können, wissen wir spätestens seit Titanfall - ebenfalls von Electronic Arts.

Zu der leblosen Spielwelt kommen noch einige Logikschwächen. In Battlefield: Hardline steigt ihr keinen Rang auf, sondern verdient euch während eines Matches Geld. Dieses Geld gebt ihr dann für neue Ausrüstung und Waffen aus. Das heißt, auch wenn ihr als Polizist spielt, erhaltet ihr Geld für das gezielte Töten von Verbrechern. Der ein oder anderen Moralapostel mag hier ein klassisches Rang-System besser gefallen.

Kein Battlefield-Gefühl mehr, Chaos auf 64-Spieler-Servern?
Wie ein richtiges Battlefield fühlt sich all das nicht mehr an. Es fehlen die großen, weitläufigen Maps. Es fehlen die vielen Fahrzeuge, Panzer, Helikopter, Flugzeuge und Boote. Es fehlt das Zusammenspiel, der Reiz, gemeinsam mit seinem Squad im Teamspeak eine Flagge zu erobern. Stattdessen zieht auf den kleinen Karten jeder sein eigenes Ding durch, Absprachen sind gar nicht mehr nötig. Und eines wollen wir mal nicht vergessen: Eine große Stärke der Marke Battlefield war immer, mit 64 Spielern auf einem Server zu spielen. Noch ist das in Battlefield: Hardline nicht möglich. Aber lassen das die kleinen Karten und die schwachen Spielmodi überhaupt zu?

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