Bonusitems, Alpha-Zugang, Kuh-Level: Deshalb lohnt sich Kickstarter für Spieler

Kickstarter ist eine Plattform für Menschen mit Ideen. Ambitionierte Entwickler, die unabhängig sein wollen von großen Publishern wie Activision, Electronic Arts oder Ubisoft, stellen beispielsweise ihre Vision von einem Videospiel vor, das ihr mitfinanzieren könnt. Aber worin besteht mein persönlicher Mehrwert? Wir erklären: So geht Kickstarter.

Bonusitems, Alpha-Zugang, Kuh-Level: Deshalb lohnt sich Kickstarter für Spieler

Seit Jahren schon steht die Marke Call of Duty in der Kritik, wenig Neues zu bieten. Kein Wunder: Ein neuer Serienableger erscheint jedes Jahr. Ähnlich ergeht es Publisher Ubisoft mit der Assassin's Creed-Reihe. Electronic Arts hat von der Spielergemeinde jüngst vernichtende Rückmeldung zum vermeintlich neuen Battlefield Hardline bekommen. Zu wenig Neues würden die neuen Titel beinhalten, stets dasselbe im neuen Gewand verkaufen - zum Vollpreis von hierzulande happigen 60 Euro. Das sind 120 Mar... Das ist viel Geld! Traut sich denn niemand mehr, neue Ideen zu entwickeln?

Doch. Aber warum sollten Branchenriesen wie Activision, EA und Ubisoft das Risiko eingehen, etwas Neues auszuprobieren, wenn auch das immerselbe Assassin's Creed, Battlefield oder Call of Duty ein Millionenpublikum erreicht? Ganz ehrlich: Wenn ich Millionen verdienen könnte, in dem ich jedes Jahr mit minimalem Aufwand das(beinahe)selbe verkaufe, ich würde es machen. Wer nicht?

Ein Herz für wirklich neue Ansätze haben zumeist passionierte Entwickler, die sich einem Indiestudio angeschlossen haben. Weil die kleinen Indiestudios nicht auf finanzielle Sicherheit durch ihren Publisher bauen müssen, gehen sie nicht nur bei der Gestaltung ihrer Projekte neue Wege, sondern auch bei der Finanzierung. Genauer: Kickstarter.

Kürzlich habe ich euch Umbra vorgestellt, ein Projekt des französischen Indiestudios SolarFall Games. Auf Kickstarter teilen sie ihre Vision eines Action-Rollenspiels, die internationale Fachpresse sieht in Umbra eine Mixtur aus Diablo und Skyrim. über ihre Ideen hinaus haben die Entwickler bereits Konzepte und auch erste Spielinhalte vorgestellt.

Wenn ihr Vertrauen habt in die Ideen der Entwickler, könnt ihr das Projekt mitfinanzieren. Und das kann sich mitunter für euch lohnen. Ein paar Beispiele, was ihr für euer Geld bekommt:

  • 9 Dollar. Ihr erhaltet das Spiel für euren Steam-Account plus eine DRM-freie Version zum Verschenken. Darüber hinaus gibt's Zugang zu den Foren, einen speziellen Rang fürs Forum sowie ein Wallpaper-Set.
  • 20 Dollar. Für elf Dollar mehr erhaltet ihr obendrauf den digitalen Soundtrack und ein Making-of-Video zur Entstehung von Umbra.
  • 25 Dollar. Unterstützt ihr das Projekt mit 25 Dollar, bekommt ihr alles eben Beschriebene, außerdem erhaltet ihr garantierten Beta-Zugang. Zum Vergleich: Wollt ihr zum Beispiel die Beta von Call of Duty: Black Ops 3 (Activision) spielen, müsst ihr das Spiel für 60 Euro vorbestellen.
  • 60 Dollar. In der Regel bekommt ihr dieser Tage für 60 Dollar nur die Basisversion eines AAA-Spiels. Finanziert ihr ein Projekt wie Umbra auf Kickstarter mit 60 Euro, bekommt ihr gleich zwei Ausgaben des Spiels, Zugang zum Forum, einen besonderen Rang im Forum, ein Wallpaper-Set, den digitalen Soundtrack, ein Making-of-Video zur Entstehung von Umbra, einen Platz in der Beta, einen Platz in der Alpha, ein Kickstarter-exklusives Waffenset, Zugang zur Prototyp-Version, ein digitales Artbook, ein Kickstarter-exklusives Rüstungsset, die Entwickler widmen euch - ähnlich wie ein Kuh-Level in Diablo 2 - einen eigenen Level im Spiel und ihr könnt sogar eigene Vorschläge einreichen, wie die Monster heißen sollen, die euch im exklusiven Bonus-Level nach dem Leben trachten.
  • 100 Dollar. Investiert ihr in Umbra, was ihr beispielsweise für Battlefield Hardline plus Premium-Abo ausgeben würdet, bekämet ihr mehr Inhalte als ich hier auflisten möchte.

Kickstarter ist demnach eine tolle Alternative, ambitionierte Entwickler mit frischen Ideen zu unterstützen, die unabhängig sein wollen von großen Publishern. Nur ein Contra gibt es: Das Risiko. Die Entwickler tragen das Risiko, dass die Kosten ihrer bisherigen Arbeit nicht gedeckt, das Projekt nicht finanziert wird. Die Unterstützer tragen das Risiko, dass nicht genug Menschen investieren und das Projekt nicht finanziert wird. Dennoch kann man auf Nummer sicher gehen. Denn Kickstarter-Kampagnen laufen in der Regel mehrere Wochen. Die Kickstarter-Kampagne von Umbra zum Beispiel hat nach nicht einmal einer Woche knapp die Hälfte der erforderlichen Summe erreicht. Es ist daher schon jetzt absehbar, dass genug Spieler das Projekt stützen werden.

Meine Empfehlung: Wer auf der Suche ist nach spannenden Alternativen und neuen Ideen, wird sicher ein passendes Projekt auf Kickstarter finden. Zwar besteht immer ein kleines (Rest-)Risiko, vielversprechende Kickstarter-Projekte schaffen es allerdings immer wieder in die Medien. Ideen, die so viel Aufmerksamkeit erzeugen, werden meist binnen weniger Tage bis Wochen finanziert, sodass man für sein Geld DEUTLICH mehr bekommt als bei Activision, EA oder Ubisoft.