D66 macht sich für DDoS-Angriffe stark

Die niederländische Oppositionspartei D66 fordert, DDos-Angriffe als Form eines Protestes zu legalisieren.

D66 macht sich für DDoS-Angriffe stark

Begriffserklärung: DDoS
DDoS, das ist die Kurzfassung des englischen Distributed Denial of Service. Im Deutschen bedeutet dies verteilte Dienstblockade. Das heißt im Klartext: Unter einem DDoS-Angriff ist zu verstehen, dass an einen Server mittels eines Programmes derart viele Anfragen gesendet werden, dass er diese schlichtweg nicht mehr bearbeiten kann. Dann werden alle eingehenden Anfragen blockiert, die Seite ist nicht mehr erreichbar.

Eine Frage der Definiton
Einige bewerten solche Angriffe als eine kriminelle Handlung, ein Cyber-Verbrechen. Andere sehen darin eine Form des digitalen Protestes. So offenbar auch die Mitglieder der niederländischen Oppositionspartei D66. Diese fordert, DDos-Angriffe zu legalisieren. Krees Verhoeven, Leiter der Legalisierungskampagne, beruft sich mit dieser Forderung auf das im Grundgesetz verankerte Recht auf Demonstration. Aber: Er verlangt von den Protestierenden dann jedoch auch, ihre DDos-Attacken im Vorfeld anzukündigen, damit sich die Webseiten-Betreiber vorbereiten können.

DDoS-Angriffe veregleichsweise harmlos
Ein gewöhnliches mittelständisches Unternehmen, das seine Einnahmen zu 25 Prozent aus dem Online-Verkauf bezieht, würde bei einer DDoS-Attacke im Jahr rund 10.000 Euro verlieren. Unternehmen, die ihre Angebote vollständig online vertreiben, sind entsprechend anfälliger. Dennoch richten DDoS-Attacken nicht annähernd so viel Schaden an wie etwa professionell programmierte Viren, die darauf aus sind, die Existenz ganzer Unternehmen zu bedrohen.

Nichtsdestotrotz werden DDos-Attacken in den Niederlanden als Hacking geahndet und sind bisher strafbar. Auch in diversen anderen Ländern sind DDoS-Angriffe nicht erlaubt.