EA - "Ziel ist es, besser als Steam zu werden"

David DeMartini ist Senio-Vizepräsident der Abteilung weltweites eCommerce bei Electronic Arts. Im Gespräch mit MCV erklärt dieser das Ziel, mit der Download-Plattform Origin besser als Steam zu werden. Darüber hinaus sieht er EA in der Lage, Produkte auf den Markt zu bringen, die bei Metacritic mit 90 oder höher bewertet werden.

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EA über öffentliches Interesse erfreut
Jüngst befand sich EA und die Download-Plattform Origin in der Kritik von Gabe Dewell, dem Chef von Valve und Steam. Ihmzufolge müsse man bei EA alles "mehr als perfekt" machen, um sich überhaupt mit Steam messen zu können. DeMartini reagiert nun im Gespräch mit MCV gelassen, er ist erfreut über das öffentliche Interesse an EA und Origin. Er sagt:

Wenn MySpace bis in alle Ewigkeit die einzige Antwort auf den Markt der sozialen Netzwerke geblieben wäre und sich niemand facebook angeschlossen hätte, hingen wir jetzt alle auf MySpace fest und es gäbe nicht das facebook-Phänomen.

Aus Sicht von DeMartini können sich aus einer innovativen Technik wie Steam nur weitere Innovationen entwickeln, wenn es Menschen gibt, die bessere Versionen von dem produzieren, das bereits vorhanden ist. Genau dies ist das von EA erklärte Ziel mit Origin.

Ein Jahr Origin - DeMartini zieht Fazit
Die EA-eigene Download-Plattform Origin gibt es nun seit einem Jahr. DeMartini ist mit der Entwicklung sehr zufrieden. Nach seinen Aussagen ist Origin erfolgreicher als er es noch vor einem Jahr vermutet hatte. DeMarini über das vergangene Origin-Jahr:

Wir befinden uns auf einem kontinuierlichen Weg der Verbesserung. Ich habe nicht erwartet, dass wir Steam innerhalb zwölf Monate übertreffen können. Dennoch bin ich sehr optimistisch, dass wir uns als Service von der Konkurrenz absetzen werden. Das Fundament ist gelegt, nun beginnen wir damit, dieses Fundament mit Inhalten auszuschmücken.

Weiteres Ziel: Bewertungen bei Metacritic
Metacritic ist ein Portal, das Bewertungen der Fachpresse von unterschiedlichen Medien, etwa Kinofilmen und Videospielen, zusammenfasst. Auch die Konsumenten selbst können die einzelnen Produkte bewerten. Für viele Unternehmen haben derlei Bewertungen einen hohen Stellenwert. So auch für Electronic Arts. DeMartini sieht EA auf dem Markt auf einem lukrativen Platz. Die Messlatte liegt derart hoch, das man mit allem aus dem Hause EA - egal ob Videospiel oder Dienstleistung - eine Bewertung von 90 oder höher erreichen möchte.

Der neueste Ableger der Battlefield-Reihe, die durchaus als Prestige-Marke von EA zu erachten ist, erreicht dieses Ziel zum aktuellen Zeitpunkt nicht. Die Metacritic-Wertung der internationen Fachpresse ergibt einen Durschnittswert von 89.

Origin in Zahlen

  • 12 Millionen Menschen haben Origin heruntergeladen
  • Es besteht ein Netzwerk aus 50 Partnern
  • Einnahmen von mehr als 150 Millionen Dollar, dies entspricht einem Wachstum von 400% im Vergleich zum Vorjahr

Umfrage: Braucht die Videospiel-Welt eine zweite Downloadplattform?
Die Frage ist: Brauchen wir eine zweite Downloadplattform? Steam hat sich als Marke längst etabliert, diverse große Titel erscheinen dort, zum Beispiel The Elder Scrolls V: Skyrim oder Call of Duty: Black Ops 2.

Dennoch können wir nicht in die Köpfe der Ideenhaber aus dem Hause EA hineinschauen; haben diese vielleicht Features parat, welche die Industrie weiterentwickeln werden? Möglicherweise hat DeMartini recht, die Idee von Steam ist im Prinzip gut, doch jetzt ist es Zeit für den nächsten Schritt.

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