Spielvorstellung: Old World

Old World ist nach Offworld Trading Company der zweite große Titel von Mohawk Games und entführt die Spieler in eine Welt, die über den Tellerrand seiner Vorbilder hinaus geht.

Spielvorstellung: Old World
© Mohawk Games

Es gibt Punkte im Leben, an denen man sich entscheiden muss, weil man nicht beides haben kann. Audi oder BMW. Konsole oder PC. Apple oder Produkte mit aktueller Technik und vernünftigen Preisen. Fernsehen oder Streamen. Hemden mit kurzen Ärmeln oder Stil.

Wer Old World sieht, wird sofort an einen beliebigen Teil der Civilization-Reihe ( z.B. Civilization VI ) denken und das völlig zu Recht. Wer jetzt aber denkt, dass er hier dem Stallgeruch folgen, sich das Konterfei von Sid Meier auf die Brust tätowieren lassen und dann das Kriegsbeil ausgraben (wegen Mohawk Games. haha. ha.) muss, irrt. Old World sieht sich weniger als Konkurrenz und viel mehr als das fehlende Puzzle-Stück. Der CEO und Design Director von Mohawk Games ist niemand geringerer als Soren Johnson, der frühere Lead Designer von Civilization IV. Es wundert daher auch nicht, dass Old World stark nach Civilization aussieht und sich so anfühlt. Wir haben unsere Anführer, den Nebel des Krieges, sechseckige Spielfelder, gründen Städte, führen Kriege und das alles rundenbasiert.

Gut, wieso dann ein neues Spiel kaufen, um das Gleiche zu spielen? Weil das noch nicht alles ist, was man über Old World sagen kann.

Old World erweitert das Civilization-Gefühl um einige Faktoren, die es in Teilen in einigen Ablegern der CIV-Reihe bereits gab, es aber nicht zum Serienstandard geschafft haben, aber auch um Dinge, die es in CIV nie gab.

Es ist nun möglich und nötig, seinen Stammbaum zu entwickeln. Bleibt der Herrscher kinderlos oder wird keines erwachsen, ist die Dynastie schnell zu Ende (bekannt z.B. aus Total War: Shogun). Es spielt folglich eine große Rolle, wie sich die eigenen Kinder entwickeln, weil diese im weiteren Spiel schnell zum Herrscher oder Truppenführer werden können.

Aber nicht nur die eigene Familie ist wichtig, sondern auch andere mächtige Stämme im eigenen Herrschaftsgebiet. So wird man bei jeder gegründet Stadt vor die Frage gestellt, welche Familie hier die Verwaltung übernehmen soll. Gerät das Verhältnis dauerhaft in ein Ungleichgewicht, sinkt die eigene Legitimität, was das herrschen deutlich erschwert.

Ebenfalls neu ist ein umfangreiches Ereignissystem. Die hier getroffenen Entscheidungen können das Spiel ganz ohne Krieg oder Wirtschaft allein für sich entscheiden - natürlich nur im Extremfall. So wird man regelmäßig gefragt, wie Streitigkeiten zwischen den hiesigen Stämmen entschieden werden sollen, wie die eigenen Kinder ausgebildet und gefördert werden sollen und noch vieles mehr. Jede Entscheidung hat eine Auswirkung, hin und wieder gibt es nur "schlechte Entscheidungen", weil diese z.B. das Verhältnis zu einer Partei nachhaltig zerstören. Zudem kosten gute Entscheidungen oft mehr Rohstoffe.

Einen großen Unterschied zur Civilization-Reihe gibt es auch in den Handlungsmöglichkeiten pro Runde. In Old World hat nicht jede Einheit eine eigene feste Zuganzahl sondern es gibt pro Runde eine Art Aktionspunkte-Konto, das für beliebige Einheiten und Aktionen benutzt werden kann. Gerade am Anfang kann ein Späher beispielsweise 3 oder 4 Mal seine maximale Reichweite nutzen, dafür können dann aber andere Einheiten nichts mehr tun. Das erspart zum einen das ständige "Schlafenlegen" von Truppen, zum anderen können Aktionspunkte so viel sinnvoller genutzt werden, was das Spiel schneller macht.

Old World ist als derzeit exklusiv und als Early Access im Epic Games Store für 32.99 € verfügar.